Das beste Erststimmen-Resultat für Maik Beermann kommt aus Nenndorf

SPD ist „hochgradig enttäuscht“ / Die FDP ist die drittstärkste Kraft / Hohe Wahlbeteiligung in der Gemeinde

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SAMTGEMEINDE NENNDORF (jl). Schaumburgs bestes Ergebnis bei den Erststimmen hat Maik Beermann mit 41,62 Prozent in Nenndorf eingefahren. Hiesige Christdemokraten feierten mit dem erfolgreichen CDU-Mann in dessen Heimatort Wendenborstel das geholte Direktmandat. Die SPD hingegen begann ab 18 Uhr mit der Umplakatierung für die Landtagswahl in zweieinhalb Wochen. Bei stolzen 80,23 Prozent lag die Wahlbeteiligung in der Samtgemeinde – der dritthöchste Wert im gesamten Wahlkreis Nienburg II/Schaumburg. Nachdem die Wahllokale ihre Türen geschlossen hatten, dauerte es nicht lange bis die ersten Meldungen der Wahlvorstände im Bürgerbüro eintrafen. Um 21.33 Uhr war die Samtgemeinde ausgezählt und es stand fest: Beermann hat fast 1.100 Stimmen (knapp 10 Prozentpunkte) mehr als seine SPD-Kontrahentin Marja-Liisa Völlers erhalten. „Überglücklich“ stimmt dieses eindeutige Ergebnis den hiesigen Verwaltungschef Mike Schmidt (CDU). Dass die CDU auch bei der Zweitstimme nicht nur in der Samtgemeinde die SPD übertrumpft hat (35,45 zu 28,71 Prozent), sondern in ganz Schaumburg, sei eine „Überraschung“. Fabian Heine, der auf Beermanns Wahlparty mitgefeiert hat, führt das auf die „hervorragende Arbeit“ des heimischen Bundespolitikers in den letzten vier Jahren vor Ort zurück und jubelt: „Wir sind klarer Sieger der Wahl, entgegen jedem Bundestrend.“ Zudem trage auch die Arbeit von Schmidt einen „nicht unerheblichen Anteil“ dazu bei. Der Vorsitzende des CDU-Samtgemeindeverbands sagt aber auch: „Das teils gute Abschneiden der AfD ist ein klarer Auftrag an uns, sich wieder mehr zu kümmern.“ 9,43 Prozent der Nenndorfer Wähler konnte die Partei für sich gewinnen. Dem „AfD-Bashing“ der letzten Wochen gibt Heine eine Mitschuld am Wahlergebnis. Deren Wähler müssten vielmehr mit Inhalten überzeugt und zurückgeholt werden. Ähnlich äußert sich Schmidt: Die Zweitstimmen-Ergebnisse animierten parteiübergreifend zum Nachdenken. Mit einem „Weiter so“ sei es nicht getan, so das Verwaltungsoberhaupt. „Die große Politik muss mehr auf die Bürger zugehen und sie mitnehmen.“ Betretenheit bei der SPD, deren Mitglieder noch am Wahlabend mit dem Umplakatieren begannen. Die Entscheidung für die Aktion war bereits einige Tage zuvor gefallen – und nicht erst durch die „hochgradig enttäuschenden“ Zahlen, wie sie Udo Husmann rundheraus nennt. Der Chef der Samtgemeinde-SPD räumt ein: „Selbst wo wir sonst stark waren wie in Haste und Suthfeld, sind die Ergebnisse mehr als bescheiden.“ Dennoch bleibe er mit Blick auf die Landtagswahl optimistisch: „Das sind völlig andere Voraussetzungen, die Karten werden neu gemischt.“Ähnlich äußert sich der mitplakatierende SPD-Landtagskandidat Karsten Becker, indem er von der beginnenden „zweiten Halbzeit“ spricht. Selbstkritisch reagiert der Bad Nenndorfer Vorsitzende Ingo Knieper: „Vielleicht hätten wir als Ortsverein mehr tun können.“ Im Vergleich zu Völlers, eine „neue und sehr unbekannte Persönlichkeit in Schaumburg“, hätte Beermann eine „deutlich komfortablere Ausgangssituation“ gehabt. Dass das Ergebnis der Politik der SPD in Nenndorf geschuldet sei, glaubt Knieper nicht. Vielmehr sei seine Partei als Koalitionspartner nicht in der Lage gewesen, sich als Alternative zur CDU zu präsentieren. Überraschend: Die FDP ist in Nenndorf mit 9,47 Prozent die drittstärkste Kraft. Dazu Ortrud Göring, die für die Freien Demokraten im Stadtrat sitzt und mit einem Ergebnis jenseits von sieben Prozent nicht gerechnet hätte: „Das ist phänomenal, das gibt uns Kraft und Auftrieb weiterzumachen.“ Sie sagt, die FDP sei „wieder auferstanden“. Ein besseres Nenndorfer Ergebnis als die 7,88 Prozent hätte sich Grünenpolitiker Bernd Reese erhofft: „Unser Ziel war eine höhere Zahl, dafür hatten wir uns eingesetzt.“ Mit Blick auf den erhaltenen Zuspruch während des Wahlkampfes mag er aber nicht von Enttäuschung sprechen. 5,68 Prozent – ein Plus von 1,89 Prozentpunkten – kann die Linke verbuchen.

Foto: jl/privat

 

 

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